2010, March

Heiteren Gesichts

Die installative Arbeit «Heiteren Gesichts» (1996) ist für das Ystad Konstmuseum
in Schweden hergestellt worden. Das Kunstmuseum hat Räume im ehemaligen
Graubrüderkloster. Abrahams Installation nutzt das Refektorium. Die
Objekte (Keramik, Zeichnungen, Metall, Papierobjekte), die sie in diesem
Raum installiert heißen: Dreirad, Balkon, Paradies, Kolonie,
Klostergarten, Himmel&Hölle, Reisekamera, Camera Obscura, Pappschachtel,
Schnabelkanne, Stammbaum, Papiertheater, Taubnessel, Tempel. Es sind
wiederkehrende, hier neu installierte Bestandteile, mit neuen Lesarten und
Bezügen. Aber Grundlage ist, wie schon bei «home land», ein präzise
konstruierter Raum mit einem kompletten konzeptuellen Anstrich. Hauptfarbe
Grau: «Die graue Farbe sozialisiert den Raum» (K.A.) Der Grauteil der
Wände ringsum wird nach oben durch einen orangen Strich begrenzt. Der
graue Wandanstrich ist ein klar definierter ölanstrich «Mit dem ölsockel
verbinden wir eine bestimmte Niedergeschlagenheit in der Obhut
öffentlicher Räume - Schulstuben, Behördengänge, Volksküchen, Hospitäler -
Das ist der Kontrast, den ich für die Sonnengesänge brauche» (K.A.) Die
strahlenden Komponenten dieser Installation sind die hellen Objekte, die
im Tagesablauf durch das stark einfallende Sonnenlicht unterschiedlich
starke und akzentuierte Beleuchtung erfahren. Die Objekte sind auf zwei
langgestreckte Sockel gestellt, die im Refektorium, dem ehemaligen
Speiseraum der Mönche, wie zwei lange weißgedeckte Tische wirken. 
Kerstin Abraham nennt die installierten Objekte «kompatible Elemente», die
nach der Installation nicht verschwinden, sondern aufbewahrt werden «in
der Rumpelkammer» (K.A.) . «Später werden sie wie Batterien funktionieren» (K.A.) Genau das ist ihre Arbeitsökonomie : Die Objekte werden immer wieder neu aufgeladen und geben in den installativen Räumen Energie von
sich, die nach Gebrauch wieder entleert sind.

Andreas v. Randow (Textauszug)


HeiterengesichtsKonstmuseum.
HeiterengesichtsYstad.